„Kinderseele. Kennen. Lernen"

…seelisch gesund in der Schule


Ein Programm zur Förderung der seelischen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern

Das Pilotprojekt der Stiftung "Achtung!Kinderseele" ist ein Programm zur Information und Aufklärung speziell an Schulen, um die seelische Gesundheit von SchülerInnen zu fördern.

Sind Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen konfrontiert, beeinträchtigt dies sowohl die Gesundheit als auch den Schulalltag.

Laut einem Bericht des brandenburgischen Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz „Zur gesundheitlichen Lage von Schülerinnen und Schülern in Brandenburg – Handlungsbedarfe“ (Ellsäßer 2015) leiden 12 % aller untersuchten Schülerinnen und Schüler unter psychischen Störungen, die eine schulrelevante gesundheitliche Einschränkung darstellen. Diese stellen nicht nur für die betroffenen Schüler und Schülerinnen ein großes Problem dar, auch ihr persönliches Umfeld – zu Hause und in der Schule – ist mit der Situation überfordert.

Fachliche Beratung und Hilfestellung an Schulen

Um die Schüler und Schülerinnen, Eltern und Lehrkräfte zu erreichen, hat die Stiftung „Achtung!Kinderseele“ ein Beratungsangebot für Schulen entwickelt. Während der Pilotphase boten FachärztInnen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie auf Informationsveranstaltungen vor Ort fachliche Beratung und Hilfestellung an.

Bewerben konnten sich Brandenburger Schulen aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark. Umgesetzt wurde das Pilotprojekt im Sommer 2016 an vier Schulen. Angeboten wurden Fortbildungsveranstaltungen, Elternabende und Supervisionen von Ärzten der Stiftung „Achtung!Kinderseele“. Fragen, die uns im Projekt sehr beschäftigten, bezogen sich u.a. auf Schwierigkeiten beim Lernen, Konzentrationsstörungen, Aggression und Depressionen. Beratschlagt wurde auch über den Umgang mit Gewalterfahrungen, Selbstverletzung und Vernachlässigung. Das gesamte Kollegium einer Schule hat sich im Rahmen des Projekts auf den Weg gemacht, um eine Rehabilitationsklinik für Kinder und Jugendliche anzuschauen – ein wichtiger Schritt um Vorurteile, Ängste und Unsicherheit über die kinderpsychiatrische Behandlung abzubauen.



Informationsbroschüre für Schulen

"Kinderseele. Kennen. Lernen" Informationsbroschüre für Lehrkräfte



Projektvorstellung allgemein

"Kinderseele. Kennen. Lernen" Projektvorstellung

Informationen für SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte

Die Schule bildet neben dem Zuhause ein wichtiges Umfeld im Leben von Kindern und Jugendlichen. Lehrkräfte und Eltern nehmen eine zentrale Rolle in diesem Umfeld ein. Sie können durch den direkten Kontakt zu den SchülernInnen zur frühen Erkennung von psychischen Störungen beitragen und wichtige Vertrauenspersonen und Ansprechpartner sein. Ziel des Projekts war es, die TeilnehmerInnen für Anzeichen psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter zu sensibilisieren.

Einer der Mitinitiatoren des Pilotprojekts ist Herr Prof. Dr. Lehmkuhl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ und Direktor a.D. der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln.

Herr Prof. Dr. Lehmkuhl, Sie treten für die Aufklärung über die seelische Gesundheit von Kindern- und Jugendlichen ein. Was war Ihnen bei dem Projekt „Kinderseele. Kennen. Lernen.“ ein besonderes Anliegen?

Damit Kinder seelisch gesund erwachsen werden, ist es wichtig, dass Probleme früh erkannt und bei Bedarf behandelt werden. Aber nicht nur die Stigmatisierung von psychischen Störungen stellt ein großes Hindernis dar. Die Hemmschwelle, Hilfen bei seelischen Problemen aufzusuchen ist noch groß. Mit dem Projekt möchten wir informieren, über Unsicherheiten im Umgang mit psychischen Auffälligkeiten aufklären und Hilfsangebote aufzeigen.

Wir möchten aber auch vermitteln, dass nicht jede Schwierigkeit ein zu behandelndes psychisches Problem darstellt. Je nach Alter und Entwicklungsphase der Kinder und Jugendlichen stehen unterschiedliche psychische Auffälligkeiten und Probleme im Vordergrund.

Unser Anliegen war es, uns als Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie und als ReferentInnen individuell auf die Bedarfe der teilnehmenden Schulen einzustellen. In einer Grundschule sind andere Schwerpunkte relevant, als beispielsweise an einer Oberschule.

Mit der Einschulung haben einige Kinder Probleme aufmerksam zu sein, andere Kinder verhalten sich aggressiv oder leiden an Ängsten. Mit dem Beginn der Pubertät können neue Ängste und Krisen aufkommen, deren Ausmaß für Außenstehende manchmal schwer einzuschätzen ist, da die Sorgen von Jugendlichen oft nicht mitgeteilt werden. Viele Jugendliche, Eltern oder LehrerInnen fragen sich, wie die Grenze zwischen 'normal' und 'behandlungsbedürftig' verläuft.

Frau Dr. Maike Pellarin, Sie sind Mitglied des Vorstands der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ und Chefärztin der AHG Klinik für Kinder und Jugendliche in Beelitz-Heilstätten. Sie und Ihre KollegInnen sind in den letzten Wochen in die teilnehmenden Schulen gefahren, haben Eltern und LehrerInnen auf Elternabenden und während ganztägiger Workshops informiert, beraten und Fragen beantwortet. Was hat die TeilnehmerInnen besonders beschäftigt?

Oft wurde nach den Symptomen von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen gefragt und wie man damit im Umfeld der Schule umgehen kann. In Workshops und auf Elternabenden haben wir aus fachärztlicher Sicht über Symptome psychischer Störungen informiert und verschiedene Themenblöcke angeboten (von ADHS über Essstörungen, Sucht oder Verstöße gegen gesellschaftliche Regeln).

Charakteristisch für psychische Störungen ist, dass sie sich schlecht willentlich lenken lassen, andauern und Leiden bei den Betroffenen und dem Umfeld verursachen. Bei Schülern und Schülerinnen, die an psychischen Störungen leiden, zeigen sich teilweise erhebliche krankheitswertige Abweichungen im Erleben und Verhalten auf den Ebenen des Denkens, des Fühlens und des Handelns.

In den Supervisionen, die wir an den teilnehmenden Schulen angeboten haben, hatten Lehrer und Lehrerinnen die Möglichkeit, schwierige Problemfälle zu besprechen.

Frau Dr. Pellarin, im Fokus des Projekts standen neben allgemeinen und konkreten Informationen zur seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Schulalter auch Auskünfte über Hilfsangebote. Wann ist fachlicher Rat nötig und welche Angebote sind sinnvoll?

Ja, viele Eltern und LehrerInnen fragen sich, was sie tun können, wenn sie Anzeichen für eine psychische Störung bei ihrem Kind, ihrem Schüler oder ihrer Schülerin bemerken.

Frühe Hilfe kann einen chronischen Verlauf verhindern, wenn psychische Probleme nicht verharmlost und Symptome rechtzeitig erkannt werden. Darum ist es wichtig, schon erste Anzeichen von psychischen Auffälligkeiten ernst zu nehmen und anzusprechen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bereits ein reflektierendes Gespräch zwischen den Eltern und LehrerInnen sinnvoll sein kann, um die Situation besser einschätzen zu können.

Eine erste fachliche Beratung kann über den Schulpsychologen, den Hausarzt oder direkt bei uns Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –Psychotherapie eingeholt werden. Für die Eltern stellen die Hausärzte meist eine erste Anlaufstelle dar, aber auch die Schulpsychologen bieten fachlichen Rat an. Hier erhalten Lehrkräfte, Eltern und Jugendliche erste Hilfe und Informationen.

Der kommunale Schulpsychologische Dienst ist über das staatliche Schulamt erreichbar. Im Kreis Potsdam-Mittelmark, dort, wo wir unser Pilotprojekt durchgeführt haben, bietet das staatliche Schulamt Brandenburg an der Havel eine erste offizielle Anlaufstelle. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

Eine gemeinsame Online-Datenbank des Berufsverbandes für Kinder-und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V. (BKJPP) und der Arbeitsgemeinschaft der leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (BAG) informiert über das kinderpsychiatrische Versorgungsnetz der Länder.





Initiativen, wie das Projekt „Kinderseele. Kennen. Lernen. … seelisch gesund in der Schule“ der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ setzen präventiv an und sensibilisieren das Umfeld der Kinder und Jugendlichen für die Symptome von psychischen Störungen.

Wir freuen uns über das rege Interesse von Seiten der Schulen an dem Pilotprojekt „Kinderseele. Kennen. Lernen. … seelisch gesund in der Schule“.

Das Pilotprojekt wurde gefördert durch das Brandenburger Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.


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